Ein Traum wird wahr!

Montag 16. Mai 2011 von Sumpf

Eigentlich sollte endlich mal der Abschlussbericht zum StrongmanRun folgen, aber der Störlauf hat mich eingeholt. Und weil dieser Halbmarathon ein besonderer war, muss ich doch mal schnell berichten:

Statt „Traum“ in der Überschrift hätte ich auch Alptraum schreiben können, aber unterm Strich war dann doch alles recht positiv. Es kam im Laufe der Jahre schon öfters vor, dass ich davon träumte, bei einem Wettkampf den Start zu verpassen, oder aber z.B. die Laufschuhe zu vergessen. Hier war ich dann immer erleichtert wenn ich hinterher realisierte: es war nur ein Traum.

Itzehoe ist gut 60 km entfernt, aber durch die Autobahn ist man eigentlich in knapp 40 Minuten da. Eigentlich. Normalerweise ist Sonntagnachmittags nicht viel los und so informierte ich mich vorher auch nicht über die Verkehrssituation – ein Fehler!

Eine Tagesbaustelle und das zeitgleich mit dem Störlauf beginnende Fußballspiel, HSV gegen Gladbach verursachten 16 km Stau.:(  Meine Schwägerin machte mal wieder den Fahrdienst – danke nochmal an dieser Stelle – und geplant war, mein Kollegen Tobias an einer Autobahnausfahrt aufzupicken. Zum Glück befand er sich hinter dem Stauanfang und so fuhr er schon mal los, um die Startunterlagen abzuholen. Als wir den Stau hinter uns gelassen hatten, begann ein Wettlauf mit der Zeit. Geschwindigkeitsbegrenzungen und ein Baustellenbereich bremsten uns zusätzlich aus. Der Navi zeigte eine zeitlang als Ankunftszeit exakt 15:30 Uhr an, aber mit dem Auto kommt man ja nicht direkt in den Startbereich, auch muss die Startnummer und der Chip angebracht werden.:?

Ich war so nervös, dass ich mich auch noch zu früh habe absetzen lassen, sodass ich drei Minuten vor dem Start noch etwa 800 Meter laufen musste und zu allem Überfluss auch noch einen Umweg nahm, nämlich über eine Absperrung hinweg direkt durch das Ziel zusammen mit gleichzeitig ankommenden 5 km Läufern. Während meines Sprints telefonierte ich noch mit Tobias, der mir einen Rucksack mit den Startunterlagen im Startbereich hinterlassen hatte, den im zweiten Schritt später meine Schwägerin an sich nehmen sollte, denn die war ja zunächst auf Parkplatzsuche und würde mich erst im Ziel wieder sehen. Etwa eine Minute nach dem Startschuss im Startblock angekommen, suchte ich fieberhaft nach dem roten Rucksack. Ein Zuschauer sah meinen suchenden Blick und signalisierte das er auf den Rucksack aufpasste. Er half mir dann noch bei der Anbringung von Startnummer und Chip, kurzer Dank und der Hinweis: „Junge Frau mit Kinderwagen holt gleich den Rucksack ab“, und schon ging es los.

Ich war ziemlich genau drei Minuten drüber und mein Puls schon auf 160. Auf den ersten zweihundert Metern der Laufstrecke musste ich zunächst im Slalom durch die Zuschauer bevor die Strecke frei wurde – ganz frei! Die ersten 500 Meter lief ich im 4:10er Schnitt – viel zu schnell, aber langsam wurde ich ruhiger, nahm etwas Tempo raus und realisierte: alles gut! Bestzeit wollte ich sowieso nicht angreifen, also völlig egal ob auf der Urkunde nachher drei Minuten mehr drauf stehen.

Nach einem Kilometer stieß ich dann endlich auf den „Besenwagen“ dessen Fahrer mich verwundert fragte ob sie mich übersehen hätten.:D  Kurz etwas von 16 Km Stau erzählt und weiter gings. Was nun folgte, nennt man schlechthin: „Das Feld von hinten aufrollen“. Bis Km 17 war ich nur damit beschäftigt Mitläufer zu überholen, insgesamt 423 der 626 Läufer. Bis dahin war ich lediglich 13 Sekunden von meiner Bestzeit entfernt. Aber das erfuhr ich erst bei meiner späteren Auswertung. Hätte ich das zu dem Zeitpunkt realisiert, hätte ich mich vielleicht noch mehr gequält. Etwas mehr Einbruch als 2008 und ein starker Gegenwind auf den letzten drei Kilometern bremsten mich aus, sodass ich dann mit 1:46:50 durchs Ziel kam – entsprechend netto 1:43:40.

Tobias war natürlich auch mal wieder unvernünftig und finnishte in 1:35:36 obwohl er wegen des nächste Woche stattfindenden Marathons eigentlich auch langsamer sein wollte. Eigentlich…

Ende gut, alles gut! Viel erlebt, neue Erfahrungen gemacht und trotz der widrigen Umstände war es ein erlebnisreicher und mal wieder toller Lauf in Itzehoe!:D

(Warum mal wieder die Emoticons nicht wollen? keine Ahnung…)

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 16. Mai 2011 um 08:23 und abgelegt unter Berichte, Läufe, Wettkämpfe. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können zum Ende springen und ein Kommentar hinterlassen. Pings sind im Augenblick nicht erlaubt.

4 Kommentare über “Ein Traum wird wahr!”

  1. 4Avatars Billi schrieb:

    Nächstes Jahr fahren wir aber wirklich um 13 Uhr los!

    „Junge Frau“ ;)

  2. 4Avatars Tobias schrieb:

    Danke an die junge Frau und den älteren Herren auch von mir. Ich glaube wir sind die letzten 4 Jahre nicht ein einziges Mal entspannt nach Itzehoe gekommen. Also, ich habe schon einen guten Vorsatz für 2012
    Tobias

  3. 4Avatars Uwe schrieb:

    Hallo Andreas!

    Oje, dass ist ja echt ein Läufer-Alptraum den Du da mitgemacht hast! Wahnsinn, dass Du dann die Ruhe gefunden hast und noch so eine gute Zeit hinlegen konntest!

    Gruss
    Uwe

  4. 4Avatars Andreas schrieb:

    Hallo Uwe,

    als ich die Letzten eingeholt hatte, ab da wurde es dann besser. Letztlich geht es ja um nichts. Schlimmer ist, wenn man verletzungs- oder krankheitsbedingt gar nicht teilnehmen kann.

    VG
    ::Andreas

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