{"id":80,"date":"2008-04-27T22:48:57","date_gmt":"2008-04-27T20:48:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sumpflaeufer.de\/?p=80"},"modified":"2008-05-18T07:32:30","modified_gmt":"2008-05-18T05:32:30","slug":"hamburg-marathon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sumpflaeufer.de\/?p=80","title":{"rendered":"Hamburg Marathon"},"content":{"rendered":"<p>Meine Planung war, zwischen 3:45 und vier Stunden anzukommen.<\/p>\n<p>Leider kam es dann doch anders. Nat\u00fcrlich hatte ich mich \u00fcber das Ankommen gefreut, aber die Umst\u00e4nde mit denen ich ins Ziel kam, waren schon recht \u00e4rgerlich. Zumal hierdurch dieses Hochgef\u00fchl etwas fehlte auf das ich mich eigentlich sehr gefreut hatte. Aber alles der Reihe nach:<\/p>\n<p><strong>Vor dem Start:<\/strong><br \/>\nNachdem ich morgens sogar noch eine viertel Stunde vor dem Wecker um 4:45 Uhr aufwachte, war die Henkersmahlzeit angesagt: Haferflocken mit Milch und reingeschnibbelter Banane. Alles bereitgelegt hatte ich ja bereits am Vorabend, also ging ich nun erst einmal wieder ins Bett. N\u00e4chster Weckzeitpunkt Viertel vor sieben. Duschen und sonstige morgens im Bad auszuf\u00fchrende T\u00e4tigkeiten, Laufsachen anziehen und im Gedanken nochmal alles durchgehen um ja nichts zu vergessen. Meine Schw\u00e4gerin &#8222;das Bille&#8220; ;-) kam p\u00fcnktlich um Viertel vor Acht um mich abzuholen. Da wir s\u00fcdlich der Elbe wohnen und viele Zufahrtsstra\u00dfen schon gesperrt waren, planten wir, das Auto s\u00fcdlich des historischen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alter_Elbtunnel\" title=\"Eltunnel bei Wikipedia\">alten Elbtunnels<\/a> abzustellen. Es gibt da einen riesigen Parkplatz der Werft <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blohm_%26_Voss\" title=\"Blohm + Voss bei Wikipedia\">Blohm + Voss<\/a>, nur leider war der bl\u00f6derweise abgesperrt, soda\u00df wir im Parkverbot stehen mussten. Von da aus waren es noch etwa einen Kilometer zum Startblock H zu laufen. Dort mussten wir noch fast eine halbe Stunde auf den Start warten. Kein Startschuss &#8211; kein Witz, aber auf St. Pauli ist seit kurzem Waffenverbot &#8211; sondern mit einer Schiffsglocke wurde der Start freigegeben. Ganze acht Minuten dauerte es dann noch, bevor sich auch unser Block in Bewegung setzte, obwohl nur etwa 250m vom Starttor entfernt.<\/p>\n<p><strong>Die ersten 15km:<\/strong><br \/>\nDas L\u00e4uferfeld war auf den ersten f\u00fcnf Kilometern so dicht, da\u00df ein \u00dcberholen schwierig war. Meine angestrebte Pace von 5:20 war aufgrund dessen zun\u00e4chst nicht zu halten, aber ich verlor nur etwa 40 Sekunden. Die n\u00e4chsten 5km konnte ich wieder etwas aufholen, dank der breiteren Elbchaussee. Bei km 12 sah ich vor mir die Luftballons der Tempol\u00e4ufer. Mit diesem Tempo bis ins Ziel h\u00e4tte man es in etwa 3:45 schaffen k\u00f6nnen, aber was sehe ich? Auf den Ballons steht 4:00! Na klar, die passen sich auf die Erm\u00fcdung der L\u00e4ufer an. Und so beschloss ich, sie zu \u00fcberholen &#8211; war auch noch nicht so schwierig. Alle f\u00fcnf Kilometer sind Zeitmessmatten und gr\u00f6\u00dfere Verpflegungsstationen. Bei der f\u00fcnfzehner half auch meine Frau mit, die so besch\u00e4ftigt war, dass sie mich erst gar nicht gesehen hatte. Auch hier war die Welt noch in Ordnung: Meine Pace lag zwar so bei 5:27 weil es auch etwas bergan ging, aber ich wollte auch auf Nummer sicher gehen wegen der W\u00e4rme. Mittlerweile waren es bereits 18\u00b0C und die Sonne brannte gnadenlos auf den Kopf. Allerdings habe ich bei jeder Getr\u00e4nkestation meinen Kopf gek\u00fchlt, dies hielt nur leider nicht lange vor.<\/p>\n<p><strong>15km bis 25km:<\/strong><br \/>\nSp\u00e4testens als ich mal meinen Puls kontrollierte stellte ich fest das etwas schief l\u00e4uft: <strong>170!<\/strong><br \/>\nAlso was tun? &#8211; denn so konnte es nicht weitergehen: Tempo rausnehmen. Der Puls ging allerdings nur geringf\u00fcgig zur\u00fcck. Bei Km 23 legte ich eine erste kurze Gehpause ein, weil sich auch ein unangenehmes Druckgef\u00fchl im Brustbereich bemerkbar machte. Bei km 25 lag meine Durchschnittspace mit 5:38 schon gef\u00e4hrlich nahe an der 4 Stunden Grenze! Auch andere L\u00e4ufer machten hier schon vereinzelt Gehpausen.<\/p>\n<p><strong>25km bis 40,5km:<\/strong><br \/>\nEs war 11:30 Uhr und die Temperatur betrug bereits fast 20\u00b0C. Als wenn dies alles nicht schon gereicht h\u00e4tte, k\u00fcndigte sich bei km 26 der erste Krampf in der rechten Wade an. Zun\u00e4chst war es nur ein leichtes Ziehen und vor\u00fcbergehend durch Ver\u00e4nderung der Schrittl\u00e4nge wieder wegzubekommen. Aber es kam wieder und nun auch links! Bei km 30 musste ich feststellen, dass meine erhofften 4 Stunden schon nicht mehr zu schaffen waren. Erster Frust setzte ein, denn immer mehr Gehpausen rissen den Schnitt weiter runter. Alle paar hundert Meter versuchte ich durch Dehnung der Waden dies Problem in den Griff zu bekommen. Aber auch Power-Gel und isotonische Getr\u00e4nke halfen hier nicht weiter. Die Zuschauer versuchten mich in den Gehphasen zu motivieren, aber es half nichts! Bei km 37,5 war noch ein kleiner Getr\u00e4nkestand von der FDP. Den hatte ich sehr sp\u00e4t gesehen, so musste ich einen Haken schlagen. Da scho\u00df es mir gleichzeitig in beide Waden derma\u00dfen heftig, dass die am Stand gedacht haben m\u00fcssen, ich mache eine Breakdance &#8211; Einlage! Nach zehn Sekunden hatte ich&#8217;s wieder im Griff und machte meine Dehnung.<\/p>\n<p><strong>40,5km bis zum Zieldurch <strike>lauf<\/strike> geh:<\/strong><br \/>\nNach einer von vielen Gehpausen wollte ich wieder anlaufen &#8211; 4:20 waren vergangen &#8211; als ich feststellen musste, es geht nicht mehr: Heftige Kr\u00e4mpfe zwangen mich wieder zum Gehen. Jeglicher Versuch wieder zu laufen endete in einem Krampf! Also war nun 1700m gehen angesagt. Auf der Zielgeraden, das Tor schon sichtbar, sagte mein Verstand: &#8222;Du musst laufen! Du kannst doch nicht durchs Ziel gehen! Wie sieht denn das aus!&#8220; Aber der K\u00f6rper, sprich die Waden sagten nein! Ich wei\u00df nicht wie, aber die letzten 20 Meter wurde aus dem Gehen doch noch ein staksiges Laufen.<\/p>\n<p><strong>Danach:<\/strong><br \/>\nZieleinlauf dann also bei entt\u00e4uschenden <strong>4:35:14, <\/strong>Aber trotz alledem: Ich hatte es geschafft! Man mag spekulieren was eigentlich der Grund f\u00fcr diesen Einbruch war. Lag es daran, dass ich erst letzten Sonntag und somit zu sp\u00e4t einen langen Trainingslauf angesetzt hatte? Oder war es das zu warme Wetter? H\u00e4tte ich vielleicht mit Magnesium die Kr\u00e4mpfe verhindern k\u00f6nnen? Ich wei\u00df es nicht. Aber ohne dieses Hauptproblems h\u00e4tte ich zumindest etwa eine halbe Stunde besser liegen k\u00f6nnen. \u00dcbrigens der Rest der Beinmuskulatur war v\u00f6llig in Ordnung. Auch der Weg zur\u00fcck zum Auto &#8211; immerhin auch \u00fcber einem Kilometer &#8211; war wieder alles im gr\u00fcnen Bereich.<\/p>\n<p>So, nun liege ich hier auf der Couch und werde nach so einem ereignisreichen Tag das Wochenende ausklingen lassen: Morgen geht&#8217;s wieder ganz normal zu Arbeit&#8230;<\/p>\n<p>Ach ja: Mein roter und heisser Kopf l\u00e4sst auch einen leichten Sonnenstich vermuten!<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong><br \/>\nWelch ein Zufall! Meine Zieleinlaufsposition entspricht exakt meiner Startnummer: <strong>12066<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Planung war, zwischen 3:45 und vier Stunden anzukommen.<br \/>\nLeider kam es dann doch anders. 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